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Riss in einer Wand

Mal gut, mehr sch­lecht – Sen­si­b­le Ein­sich­ten in die De­pres­si­on

Psychische Krankheiten sind in unserer Gesellschaft allgegenwärtig und doch sind die konkreten Symptome oft rätselhaft und schwer greifbar. Der Fotografin Nora Klein ist es gelungen, jenseits von Worten eine visuelle Ausdrucksform für die Gefühlswelt depressiver Menschen zu finden: Mit sensiblen Porträts und abstrakten Bildwelten macht das Projekt "Mal gut, mehr schlecht." eine unsichtbare Krankheit sichtbar.

Die Depression – künstlerisch bewältigt

"Du sitzt in deiner Wohnung, siehst die Dinge um dich herum, dann wird das Licht immer weiter heruntergedimmt, du siehst immer weniger, bis nichts mehr da ist: So ist die Depression." Mareike* ist eine von neun Betroffenen, die die Fotografin Nora Klein für ihr Projekt Mal gut, mehr schlecht. begleitet und porträtiert hat. Mehr als eineinhalb Jahre stand die junge Fotografin (*1984 in Rostock) in engem, vertrauensvollen Austausch mit depressionserfahrenen Menschen. Bereits 2017 ist auf der Grundlage vieler Gespräche ein Bildband entstanden, der sich mit ihrer Gefühls- und Gedankenwelt auseinandersetzt und ein visuelles Bild der Depression zeichnet.

Ein Mischmasch aus 'Losigkeiten'

"Mir kam es vor, als sei die Depression in aller Munde, aber ich konnte sie mir nicht vorstellen, das wollte ich ändern", erklärt Klein ihren künstlerischen Ansatz. "Natürlich ist das Thema abstrakt, aber eben das fand ich herausfordernd. Ich wollte es anders machen als in einer klassisch erzählten Reportage." Klein kombiniert Porträtbilder von Betroffenen, mit Aufnahmen konkreter Orte sowie mit abstrakten Bildwelten, die Stimmungen visualisieren. Gesprächs- und Gedankennotizen sowie persönlichen Dokumente der Betroffenen runden die Publikation ab. Was Klein nun weiß: "Vielschichtig ist die Depression. Ein Mischmasch aus 'Losigkeiten': Lustlosigkeit, Antriebslosigkeit, Emotionslosigkeit. Ein Auf und Ab, mit eindeutig mehr Ab."

Termine

Am 7. Oktober, 17 Uhr ist Nora Klein zu Gast im LVR-Landesmuseum Bonn. In einer zirka zweistündigen Veranstaltung des Familienkreis e.V. Bonn, zeigt die Fotografin in einer visuellen Präsentation einfühlsame Fotografien aus ihrem Bildband. Ergänzt werden diese durch den persönlichen Erlebnisbericht von Sabine Fröhlich. Ihre Erfahrungen mit der Depression, auch als Mutter, sowie ihr Weg Richtung Heilung stehen im besonderen Fokus der Veranstaltung. Im gemeinsamen Gespräch liegt anschließend das Augenmerk auf den möglichen Auswirkungen einer elterlichen Erkrankung auf die Kinder. In diesem Rahmen wird auch das Patenprojekt Huckepack des Vereins näher vorgestellt. Mehr Infos

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Neuigkeit veröffentlicht am 8.09.2022
Titelbild © Nora Klein

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