Interkulturelle Öffnung

Gruppenbild Gesprächskreis vier junge Frauen
Copyright kritchanut/fotolia.com

Wie die interkulturelle Öffnung der Selbsthilfe gelingen kann, haben Selbsthilfe-Kontaktstellen herausgefunden. Denn in vielen Kulturkreisen ist Selbsthilfe als Form der Krankheitsbewältigung noch unbekannt. Im Projekt „Migration und Selbsthilfeaktivierung” erprobten deshalb sieben Selbsthilfe-Kontaktstel­len neue Wege für eine kultursensible Selbsthilfe. „Krankheiten haben keinen Migrationshintergrund”, sagt Katharina Benner, Geschäftsführerin der gemeinnützigen Gesellschaft für soziale Projekte (GSP) des  Paritätischen NRW. Zentrales Anliegen im Projekt war deshalb, muttersprachliche Gruppengründungen zu unterstützen sowie bestehende deutschsprachige Gruppen für andere Kulturen zu öffnen.

Das Prinzip der Selbsthilfe erklären
Die Anzahl von Migrantinnen und Migranten in „klassischen“ deutschspra­chigen Selbsthilfegruppen hat in den vergangenen Jahren zugenommen. Über 120 muttersprachliche Gruppen gibt es inzwischen in Nordrhein-Westfalen. Den­noch ist das Prinzip der Selbsthilfe vielen Menschen noch fremd. Um Zugänge für und mit Menschen mit Migrationshintergrund zu schaffen, sind Multiplikatorinnen und Multiplikatoren von zentraler Bedeutung. So überneh­men zum Beispiel Migrantenselbstorga­nisationen eine Brückenfunktion, indem sie vor Ort (in Gemeinden oder Kultur­vereinen) über Selbsthilfe informieren.

Gruppen zur Öffnung motivieren
Genauso wichtig sind aber auch Koope­rationen zwischen Fachkliniken, Kran­kenhäusern und der Selbsthilfe. „Die Erfahrungen im Projekt zeigen, dass ein vernetztes und professionsübergreifen­des Handeln gewinnbringend ist”, sagt die Projektleiterin Dorothée Köllner. Um die Öffnung bestehender deutschspra­chiger Gruppen anzuregen, haben sich unter anderem interkulturelle Trainings bewährt. Gefördert wurde das Projekt vom NRW-Ministerium für Arbeit, Gesund­heit und Soziales, der AOK NordWest und der AOK Rheinland/Hamburg sowie vom Paritätischen NRW.

Ergebnisse, Erfahrungen und Empfehlungen zur interkulturellen Öffnung von Selbsthilfe aus dem Projekt "Migration und Selbsthilfeaktivierung" wurden in dem Handbuch "Aufmachen! Selbsthilfe kann interkulturell" dokumentiert. Hier geht es zum kostenlosen Download:
Handbuch "Aufmachen" Selbsthilfe kann interkulturell"