Interkulturelle Öffnung

Gruppenbild Gesprächskreis vier junge Frauen
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In vielen Kulturkreisen ist Selbsthilfe als Form der Krankheits- und Problembewältigung noch unbekannt. Wie die interkulturelle Öffnung gelingen kann, haben in den vergangenen Jahren Selbsthilfe-Kontaktstellen im Projekt „Migration und Selbsthilfeaktivierung“ herausgefunden. Von den Erkenntnissen sollen nun alle Selbsthilfe-Kontaktstellen profitieren. In einem Folgeprojekt werden deshalb bis Juni 2021 Erfolgsmodelle in die Fläche übertragen.

Die Selbsthilfe-Kontaktstellen erprobten zunächst an fünf Standorten in NRW neue Wege für eine kultursensible Selbsthilfe. Ziel war es, die Gründung von muttersprachlichen Gruppen zu unterstützen sowie bestehende deutschsprachige Gruppen für andere Kulturen zu öffnen. Dabei hat sich gezeigt, dass Multiplikatorinnen und Multiplikatoren von zentraler Bedeutung sind, wenn es darum geht, Zugänge für und mit Menschen mit Migrationshintergrund zu schaffen. Denn sie übernehmen eine Brückenfunktion, zum Beispiel in Migrantenselbstorganisationen, indem sie vor Ort (in Gemeinden oder Kulturvereinen) über Selbsthilfe informieren. Genauso wichtig sind aber auch Kooperationen zwischen Fachkliniken, Krankenhäusern und der Selbsthilfe. Um die Öffnung bestehender deutschsprachiger Gruppen anzuregen, haben sich unter anderem interkulturelle Trainings bewährt.

Gute Beispiele für Praxis
Seit Dezember 2018 werden die Ergebnisse aus den Modellstandorten nun die Fläche übertragen. Lioba Heuel, die das Projekt der Gesellschaft für Soziale Projekte (GSP) im Paritätischen NRW leitet, will das mithilfe von Good-Practise-Beispielen erreichen. Zudem sollen Kooperationen, zum Beispiel mit Migrantenselbstorganisationen, der Gesundheitsselbsthilfe NRW, aber auch Selbsthilfeorganisationen und -verbänden sowie den Selbsthilfe-Kontaktstellen und Selbsthilfegruppen ausgebaut sowie Fortbildungen und Fachveranstaltungen entwickelt werden. Gefördert wird das Projekt „Migration und Selbsthilfeaktivierung – Wissenstransfer und Qualifizierung für eine kultursensible Selbsthilfe/-unterstützung“ von der AOK NordWest und der AOK Rheinland/Hamburg.

Dokumentation
Ergebnisse, Erfahrungen und Empfehlungen zur interkulturellen Öffnung von Selbsthilfe aus dem Projekt "Migration und Selbsthilfeaktivierung" wurden in dem Handbuch "Aufmachen! Selbsthilfe kann interkulturell" dokumentiert. Hier geht es zum kostenlosen Download:
Handbuch "Aufmachen" Selbsthilfe kann interkulturell"