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„In-Gang-Setzer“ – Stütze für neue Selbsthilfegruppen: ein bundesweites Projekt des Paritätischen und der Betriebskrankenkassen (BKK)

Die Erfahrungen von vielen Selbsthilfe-Kontaktstellen belegen einen Anstieg an Selbsthilfegruppen im Bereich psychische und psychosomatische Erkrankungen. Gerade hier fehlen aber oft die kommunikativen Fähigkeiten, die Startphase einer Selbsthilfegruppe zu gestalten. Die Anfangsphase einer Gruppe ist vielfach eine Zeit der Unsicherheit und Verletzbarkeit. Zu diesem Zeitpunkt erleben deshalb viele an Selbsthilfe Interessierte eine Begleitung und Ermutigung als große Erleichterung.
Das Konzept „In-Gang-Setzer“ kommt ursprünglich aus Dänemark. In-Gang-Setzer in Dänemark sind „Stützen für neue Selbsthilfegruppen“. „Sie halfen bei praktischen Fragen beim Start einer Gruppe und brachten die Teilnehmer dazu, miteinander zu reden und sich vertraut zu fühlen. Danach zog sich der In-Gang-Setzer zurück.“ Die Frage ist: Können In-Gang-Setzer dazu beitragen, dass die oft schwierige Startphase von Gruppen besser bewältigt werden kann, und sich damit die Chancen für ein langfristiges Selbsthilfe-Engagement erhöhen?
Im Kreis Steinfurt wird der Ansatz durch das Netzwerk Selbsthilfe und Ehrenamt bereits seit 2005 mit großem Erfolg umgesetzt. Diese Erfahrungen bilden die Basis für ein bundesweites Projekt.

Der Paritätische Nordrhein-Westfalen hat das Konzept weiterentwickelt und startete in 2007 ein Projekt mit acht Kontaktstellen. Das Projekt wird finanziert vom BKK Bundesverband und vom BKK Landesverband NRW und läuft bis Ende 2010. Die bisher vorliegenden Erkenntnisse sind sehr ermutigend und zeigen auf, dass der Ansatz der In-Gang-Setzung zu einer allgemein anerkannten Methode im Repertoire der Selbsthilfe-Kontaktstellen werden kann.
Am Projekt sind nun 22 Selbsthilfe-Kontaktstellen beteiligt: 10 aus NRW: Recklinghausen, Paderborn, Bielefeld, Krefeld, Lünen, Gütersloh, Detmold, Minden, Emsdetten und Moers; zwei aus Mecklenburg-Vorpommern: Schwerin, Stralsund; vier aus Niedersachsen: Osnabrück, Hannover, Wolfsburg, Meppen; zwei aus Sachsen: Chemnitz, Dresden; drei aus Baden-Württemberg: Freiburg, Heilbronn, Karlsruhe; eine aus Bayern: Nürnberg.
Das Konzept der In-Gang-Setzer wird getragen von einer „Haltung“, die mit dem Empowerment-Ansatz der Selbsthilfe-Kontaktstellen in hervorragender Weise korrespondiert. Das Projekt soll eine fundierte, nachvollziehbare und übertragbare Antwort auf die Frage geben: Trägt die Ausgangshypothese, dass ehemalige Mitglieder von Selbsthilfegruppen und / oder mit Selbsthilfe vertraute und geschulte „Laien“ eine besondere, hilfreiche Akzeptanz bei den an einer neu zu gründenden Selbsthilfegruppe interessierten Menschen finden?
In-Gang-Setzer sind ehrenamtliche MitarbeiterInnen der örtlichen Selbsthilfe-Kontaktstelle:

Das Projekt erweist sich zudem als interessant mit Blick auf den Einsatz von Ehrenamtlichen bei der Arbeit von Selbsthilfe-Kontaktstellen. Interessant ist zudem die Frage, ob erfahrene In-Gang-Setzer auch hilfreich sein könnten als „Stütze“ bei bereits aktiven Selbsthilfegruppen, die sich in einer Situation befinden, in der sie Hilfestellung von außen wünschen.

Die besondere Herausforderung für In-Gang-Setzer besteht darin, sich positiv und hilfreich in die Gruppenprozesse einzubringen, ohne sich dabei „einzumischen“ oder gar Potenziale zu verschütten. Durch die Selbsthilfe-Kontaktstellen werden pro Standort 6-10 In-Gang-Setzer geschult. Die Aufgabe der In-Gang-Setzer ist eine Prozess- bzw. Gruppenbegleitung bei gleichzeitigem Verzicht auf jeden inhaltlichen Input zu dem Anliegen der neuen Gruppe. Besondere Ausbildungen werden für dieses freiwillige Engagement nicht vorausgesetzt. Als hilfreich hat sich aber erwiesen, wenn In-Gang-Setzer eigene Erfahrungen mit Selbsthilfegruppen haben, z. B. selbst einmal Ansprechperson oder LeiterIn einer Selbsthilfegruppe waren. Die Kontaktstelle ist Ansprechpartnerin sowohl für In-Gang-Setzer wie für die GruppenteilnehmerInnen.

Besuchen Sie die Homepage des Projektes: www.in-gang-setzer.de. Wer sich näher für das Projekt In-Gang-Setzer interessiert, kann sich auch an die Projektleitung, Herrn Andreas Greiwe, wenden [E-Mail: in-gang-setzer@paritaet-nrw.org].


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