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Eine Person sitzt auf dem Sofa. Sie hält ein Tablet in der Hand, lächelt und winkt jemandem auf dem Bildschirm zu

Fit machen fürs Digitale

Ob Videochats, Social Media, Messenger, digitale Workshops – das Internet bietet auch Sebsthilfegruppen zahlreiche Möglichkeiten sich auszutauschen. Doch viele Gruppen benötigen Unterstützung, wenn sie ein Treffen in den virtuellen Raum verlegen wollen. Genau dort setzt das Projekt „Selbsthilfe und Digitalisierung in Ostwestfalen-Lippe (OWL)“ der PariSozial Bielefeld und dem Arbeitskreis der Pankreatektomierten (AdP e.V.) an.

„Wir wollen Hemmschwellen überwinden und Menschen unterstützen, die sich gerne auch im virtuellen Raum austauschen wollen, aber nicht trauen“, sagt Christa Steinhoff-Kemper, die als Fachkraft in der Selbsthilfe-Kontaktstelle Bielefeld das Projekt fachlich begleitet. Rund 1200 Selbsthilfegruppen gibt es in der Region OWL. Viele von ihnen haben Fragen und Unsicherheiten zu digitalen Treffen. Und manchmal auch echte Barrieren, wie fehlende technische Ausstattung.

Online-Werkzeugkoffer, digitale Veranstaltungen und Social Media

Damit der Einstieg und weitere Treffen im virtuellen Raum gelingen, werden im Projekt in drei Modulen verschiedene Angebote und Maßnahmen entwickelt und erprobt. So soll im ersten Modul ein Online-Werkzeugkoffer entstehen, der Arbeitshilfen und Checklisten für Selbsthilfe-Aktive und Fachkräfte bereithält. „Vor allem im vergangenen Jahr wurden an vielen Standorten bereits Erfahrungen gemacht und Ideen für den digitalen Austausch entwickelt. Diese wollen wir nun zunächst für die Region OWL bündeln, analysieren und strukturieren“, sagt Projektmitarbeitende Hanna Bielefeld.

Im zweiten Modul werden themenbezogene, virtuelle Veranstaltungen und Begegnungsformate für Selbsthilfegruppen und Selbsthilfe-Interessierte angeboten. Menschen sollen so die Möglichkeit erhalten, gute und ermutigende Erfahrungen mit digitalen Medien zu sammeln und Kompetenzen zu erwerben, die den digitalen Austausch in der Gruppe fördern.

Neben Fragen zu virtuellen Gruppentreffen, gibt es auch zahlreiche rund um das Thema Social Media: Sind Instagram oder Facebook für die Öffentlichkeitsarbeit einer Selbsthilfegruppe geeignet? Kann man als Gruppe sicher über Messenger wie Whats App kommunizieren? Was muss beim Datenschutz beachtet werden? Im dritten Modul werden deshalb Inhalte entwickelt, um Selbsthilfegruppen im Umgang mit Social Media zu schulen und Wege der Öffentlichkeitsarbeit aufzuzeigen.

Digitale Selbsthilfegruppen erreichen

Neben der Unterstützung analoger Gruppen wollen die Projektmitarbeitenden auch digitale Selbsthilfegruppen erreichen. Gruppen also, die sich im Internet gegründet haben und über Messenger oder Facebook-Gruppen austauschen. „Wenn sich die Mitglieder auch mal real treffen wollen, stehen sie vor großen Herausforderungen was die Organisation und Ausgestaltung betrifft“, so Christa Steinhoff-Kemper. Deshalb gehe es im Projekt auch darum, die Erfahrungen der analogen Selbsthilfe für digitale Selbsthilfegruppen zu erschließen.

So vielfältig die Projektinhalte sind, so vielfältig sind auch die Angebote und Maßnahmen mit denen Informationen über und zum Umgang mit digitalen Medien bereitgestellt werden. So findet beispielsweise jeden Dienstag von 16 bis 18 Uhr eine (Video-)Sprechstunde statt. Darüber hinaus ist die Produktion kurzer Erklärfilme geplant, die unter anderem die Arbeisthilfen des Online-Werkzeugkoffers ergänzen (siehe Info links). Bei all den Hilfen, die im Projekt entwickelt und umgesetzt werden, ist der AdP e. V. stets Referenzpartner. „Mit unserer fachlichen Expertise als  überregionale Selbsthilfeorganisation begleiten wir das Projekt bei jedem Schritt und sind stets erster Ansprechpartner“, sagt Friedhelm Möhlenbrock. Er ist stellvertretender Vorsitzender des ADP e. V. und leitet dort auch den Internetausschuss.

Kooperationen

Für die Umsetzung der Angebote und Maßnahmen werden Kooperationen mit verschiedenen Einrichtungen in OWL aufgebaut. Neben Selbsthilfe-Organisationen sind das auch die Selbsthilfe-Kontaktstellen und -büros des Paritätischen NRW in Bielefeld, Herford, Höxter, Lippe, Minden-Lübbecke, Paderborn sowie die Bürgerinformation Gesundheit und Selbsthilfekontaktstelle des Kreises Gütersloh (BIGS). Das Projekt ist am 1. Dezember 2020 gestartet und läuft bis 31. Dezember 2021. Gefördert wird es vom BKK Dachverband.


Neuigkeit veröffentlicht am 23.04.2021

Bild: © insta_photos | stock.adobe.com

Über das Projekt

Selbsthilfe und Digitalisierung in Ostwestfalen-Lippe

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