Was sind Selbsthilfe-Gruppen?

Bild Gesprächskreis Selbsthilfe-Gruppe
Foto: Ludolf Dahmen

Für immer mehr Menschen sind Selbsthilfe-Gruppen ein unverzichtbarer Ort, um gemeinsam mit anderen ihre Probleme und Anliegen besser lösen zu können. Es gibt kaum noch eine Krankheit, Behinderung, ein psychisches Problem oder soziales Anliegen, zu der sich noch keine Selbsthilfe-Gruppe gebildet hat. Hinzu kommt neben den Gruppen der direkt Betroffenen noch eine Vielzahl von Angehörigen-Gruppen. Selbsthilfe ist hier im wahrsten Sinne des Wortes ein „Handeln in eigener Sache“. In Selbsthilfe-Gruppen unterstützen sich die Mitglieder beim Bewältigen ihrer Krankheit oder besonderen sozialen Lage, informieren und motivieren sich gegenseitig. Die gemeinsame Betroffenheit schafft schnell ein Gefühl der Verbundenheit und Solidarität. In diesem Sinne steigert Selbsthilfe die Lebensqualität und fördert die Gesundheit, kurz gesagt: Selbsthilfe wirkt und macht stark!

Füreinander dasein und eigene Bedürfnisse umsetzen
Außerdem ist die gegenseitige emotionale Unterstützung von Betroffenen eine wirksame Hilfe gegen Vereinzelung und Ausgrenzung, von denen zum Beispiel Langzeitkranke oftmals bedroht sind. Es geht in den Gruppen darum, krankheitsbedingte Angst, Scham und Unsicherheit sowie Trauer oder Depression zu überwinden. Letztendlich trägt die Gruppe dazu bei, das Selbstwertgefühl zu stabilisieren und die Mitglieder zu aktivieren, ihre eigenen Interessen durchzusetzen und gemeinsam mit anderen Angebote zu schaffen, die ihren Bedürfnissen entsprechen.

Die richtige Gruppe im Selbsthilfenetz NRW finden
Von den etwa 100.000 Selbsthilfe-Gruppen in Deutschland sind rund 70 Prozent aus dem Gesundheitsbereich. Ein Teil davon beschäftigt sich mit chronischen Erkrankungen, Behinderungen oder Suchterkrankungen, der andere befasst sich eher mit sozialen Anliegen (Selbsthilfe von Familien, Seniorinnen/Senioren, Migrantinnen/Migranten etc.). In Nordrhein-Westfalen sind ca. 12.000 bis 15.000 Gruppen bekannt, die meisten von ihnen finden Sie hier im Selbsthilfenetz.

Viel Spielraum für die Teilnahme an einer Gruppe
In den letzten Jahren haben vor allem psychische und psychosomatische Erkrankungen zugenommen (z.B. Depressionen, Ängste, Zwänge). Aber auch bei Essstörungen oder stoffungebundenen Süchten (z.B. Internet-Sucht) ist ein Anstieg zu verzeichnen. Auffällig ist, dass die Gruppen mit sozialen Anliegen (Alleinerziehende, pflegende Angehörige, Migrantinnen/Migranten) in den letzten Jahren an Bedeutung und Anzahl zugenommen haben. Schätzungen zufolge sind durchschnittlich nur fünf Prozent der von einem Problem betroffenen Menschen aktuell in Selbsthilfe-Gruppen engagiert, im Suchtbereich geht man von bis zu zehn Prozent aus. Gemessen an der in Bevölkerungsumfragen geäußerten Bereitschaft sich bei Bedarf einer Gruppe anzuschließen, ist das Potenzial damit noch lange nicht ausgeschöpft.

Weitere Informationen zu Selbsthilfe-Gruppen allgemein finden Sie auf der Internetseite der NAKOS (Nationale Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfe-Gruppen):

Homepage NAKOS