Selbsthilfe auf den Weg bringen

Viele Menschen interessieren sich für Selbsthilfe und suchen eine Gruppe oder möchten selbst eine gründen. Aber nicht immer kommen Selbsthilfe-Gruppen richtig „in Gang“. An über zehn Standorten in NRW bieten Kontaktstellen Starthilfe durch freiwillig engagierte In-Gang-Setzer an. Sie begleiten Gruppen vorübergehend und geben Impulse für die Gestaltung des Miteinanders bis die Gruppe (wieder) „auf eigenen Beinen steht und geht“.

Nicht immer kommen Selbsthilfegruppen richtig in Gang.

Das Interesse der Kontaktstellen an diesem ergänzenden Unterstützungstool ist anhaltend groß. „In-Gang-Setzer empowern Selbsthilfegruppen“ lautet der Titel eines Artikels in einer Fachzeitschrift der Nationalen Informations- und Kontaktstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen, kurz NAKOS genannt, der das Konzept erläutert (NAKOS Info 114, April 2016, Seite 32 ff.).

Kontaktstellen bieten Selbsthilfe-Interessierten vielfältige Unterstützung beim Aufbau einer neuen Gruppe. Sie helfen bei der Suche nach Gleichbetroffenen, stellen einen Raum für Gruppentreffen zur Verfügung oder vermitteln einen solchen, geben Tipps zur Gestaltung der Gruppenarbeit, moderieren das Gründungstreffen, informieren über Fördermöglichkeiten und vieles mehr.

Nicht immer reicht die Unterstützung, damit eine Gruppe selbständig wird - oft fehlen die Kapazitäten für eine längere Begleitung. Hier setzt das Konzept des Projekts „In-Gang-Setzer“ an, an dem sich zurzeit bundesweit 35 Kontaktstellen beteiligen, davon allein ein Drittel in NRW. Sie bieten ergänzend zu ihren Unterstützungsleistungen eine vorübergehende Begleitung durch In-Gang-Setzer an. Die freiwillig Engagierten verfügen über Erfahrung in der Gruppenarbeit, denn viele kommen aus der Selbsthilfe. Im Rahmen des Projekts wurden sie durch eine Schulung auf ihre Aufgabe als vorübergehende Begleiter/-innen vorbereitet.

In-Gang-Setzer mischen sich nicht zum Gruppenthema ein, die Mitglieder der Gruppe bleiben hier die „Experten in eigener Sache“. In-Gang-Setzer geben lediglich Impulse, damit die Selbsthilfe-Interessierten in Kontakt kommen, vertraut werden und ihr Miteinander zunehmend selbst gestalten. Anschließend ziehen sich die In-Gang-Setzer wieder zurück und die Gruppe steht und geht auf eigenen Beinen.

Seit zehn Jahren setzt der Paritätische Landesverband NRW das von den Betriebskrankenkassen geförderte Konzept um, das fortlaufend weiterentwickelt wurde. Ab 2017 soll der Ansatz für zwei neue Zielgruppen mit besonderem Bedarf erprobt werden: Pflegende Angehörige und Menschen mit Migrationshintergrund.

Auch bestehende und langjährige Selbsthilfegruppen im Einzugsbereich der beteiligten Kontaktstellen können die Begleitung durch In-Gang-Setzer anfragen, um ihren Gruppentreffen neue Impulse zu geben.

Weitere Informationen finden Sie auf folgender Webseite:

Homepage In-Gang-Setzer