Chronische Erkrankungen am Arbeitsplatz

In der Broschüre "Lust auf Arbeit ohne Hindernisse: Geht chronisch krank und berufstätig?" wurden die wichtigsten Schritte und Zwischenergebnisse eines NRW-Verbundprojekts zu diesem Thema zusammengefasst.

Bild von einem Kaffeebecher mit Aufschrift Selbsthilfe to Go

Das Anfang Juni 2016 gestartete Gemeinschaftsprojekt der Rheuma-Liga NRW, Aidshilfe NRW und der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) Landesverband NRW setzt sich mit folgenden Leitfragen auseinander: Wie sieht die Arbeitsrealität von chronisch kranken Menschen aus? Welche Unterstützung gibt es für sie und welche wird benötigt? Wie sehen geeignete Maßnahmen aus, sich zu informieren oder persönlich beraten zu lassen? Was kann Selbstmanagement bewirken? Wie können "selbsthilfebasierte Kooperationen" aussehen und gelingen?

In der aktuellen Online-Befragung, die im Rahmen des Projekts stattfindet, gaben fast 83 Prozent der Befragten an, dass sie im Arbeitsleben selbst dafür sorgen, das zu bekommen, was sie an Unterstützung brauchen. Doch in Beratungen und in Selbsthilfe-Gruppen zeigt sich ein anderes Bild: Wenn bekannt wird, dass jemand krank, behindert oder in welcher Form auch immer eingeschränkt ist und dennoch arbeiten möchte, wird nicht mehr individuell hingesehen. Es finde automatisch "Risikobegrenzung" im Sinne von "lieber nicht einstellen, als sich Probleme ins Haus holen" statt.

Wie sollen sich Betroffene verhalten? Selbstbewusst und autonom mit ihrer Erkrankung umgehen oder sie besser für sich behalten? Immer mit dem Risiko, dass man sich damit auf der Arbeit zu viel zumutet oder nicht zu seinem Recht kommt? Denn auch dies zeigen die ersten Ergebnisse der Online-Befragung: Viele wissen nicht, welche Rechte man auf der Arbeit hat, wenn man chronisch erkrankt ist.

Das NRW-Verbundprojekt "Chronische Erkrankungen am Arbeitsplatz" will hier bei allen Beteiligten viel bewegen: die Einzelnen stärken und die dazu nötigen selbsthilfenahen Informationen bereitstellen sowie in Unternehmen und Betrieben für ein Umdenken sorgen. Denn die chronisch kranken Mitarbeitenden sind nicht das Problem, sondern mit ihrem Selbsthilfe-Wissen ein entscheidender Teil der Lösung.

Neugierig geworden? Dann können Sie sich hier die Broschüre mit den Zwischenergebnissen des Projekts und dem anschließenden Erfahrungsaustausch kostenlos herunterladen:
Broschüre "Lust auf Arbeit ohne Hindernisse. Geht chronisch krank und berufstätig?" (PDF-Datei)

Weitere Informationen auch auf folgender Webseite:
Homepage Projekt "Chronische Erkrankungen am Arbeitsplatz"

Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an:
Hannah Lobert
Projektleitung DMSK Landesverband NRW
Tel. (0211) 933 041 3
hannah.lobert@remove-this.dmsg-nrw.de