Willkommen beim selbsthilfenetz.de,
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Sich selbst helfen
Einsamkeit überwinden
Lust am Leben
Beziehungen aufbauen
Solidarität spüren
Treffen und teilen
Hilfe bekommen und geben
Informationen sammeln
Leute treffen
Fähig werden
Eigene Kraft spüren.
[KIBIS Schleswig-Holstein]
SELBSTHILFE
Schwierigkeiten überwinden
Erkennen und handeln
Lebensfreude tanken
Beziehungen aufbauen
Sich verantwortlich fühlen für die Gruppe
Teilnehmen und verstehen
Hilfe geben und nehmen
Informationen sammeln
Leben gestalten
Fähigkeiten erkennen und stärken
Ein Wir-Gefühl erleben.
[Dt. Sarkoidose Vereinigung]
Jede/r ist für sich selbst verantwortlich und bringt sich frei mit seinen Problemen, Gefühlen und Ideen ein.
Die Menschen, die sich Selbsthilfegruppen anschließen, haben eines gemeinsam:
In einer Selbsthilfegruppe teilen Menschen ihre Probleme, finden Lösungen und bleiben nicht mehr allein, denn: Gemeinsam erreicht man mehr.
Selbsthilfegruppen sind eine wertvolle Stütze zum Beispiel für Alleinerziehende, für chronisch Kranke und Behinderte, für Eltern kranker oder behinderter Kinder, für Menschen mit Suchterkrankungen, für psychisch Kranke und deren Angehörige, für Senioren, für Trauernde etc.
Die Funktionen von Selbsthilfegruppen lassen sich mit fünf Begriffen beschreiben: Auffangen, Ermutigen, Informieren, Orientieren und Unterhalten. [aus: Herbert Janig: Die Wirkungen von Selbsthilfegruppen auf Lebensqualität und Gesundheit, in: selbsthilfegruppenjahrbuch (DAG SHG e.V.) 1999, S. 103-108]
Das erste und wesentlichste Ziel von Selbsthilfegruppen ist es, vor allem die neuen Gruppenmitglieder dort „abzuholen“, wo sie sich gemäß ihrer (Krankheits-) Entwicklung befinden. Verzweiflung, Einsamkeit, das Gefühl, alleine gelassen zu sein, insgesamt eine Situation der Desorientierung mit zumindest großer Deprimiertheit zu erleben, bildet das Grundmuster, mit welchem potentielle Gruppenmitglieder in der Hoffnung auf Hilfe durch Gleichgesinnte eine Selbsthilfegruppe aufsuchen. Daher sehen die Leiter der Selbsthilfegruppen es als wichtigste erste Aufgabe an, „im ersten Moment ein Beistand“ für diejenigen zu sein, die Anschluss suchen. Die Teilnehmer sollten so weit kommen, „...dass sie aus ihrer ganzen Verzweiflung herausfinden“. „Zu Beginn sollte“, berichtet eine Gruppenleiterin, „jeder, der zu uns kommt, die Möglichkeit haben, sein Leid zu schildern, wie es dazu gekommen ist“.
E wie Ermutigen:
Es muss jedem einzelnen Gruppenteilnehmer bewusst werden: „Ich will mir vor allem weiterhelfen, ... man muss schon ein bisschen Egoist sein, weil ich will gesunden“, um schließlich soweit zu kommen, sich zu denken: „O. K., die haben es alle geschafft. Das werde ich auch schaffen“. Das Ziel der Gruppe ist es auch, mitzuhelfen, die Erkrankung „erträglich zu machen, dass man trotzdem damit leben kann, und wieder mehr Lebensqualität und Lebensfreude zurückgewinnt“. Man sollte auch zu sich „ehrlich, offen, nicht verbohrt sein, nicht in seinen Problemen versinken und das ganz von sich aus und nicht durch Zwang“.
I wie Informieren:
Das dritte wichtige Ziel ist es, Informationen an die Gruppenmitglieder zu geben, ihnen professionelle Hilfe zu vermitteln. Jede/r ist bestrebt, „den Betroffenen soviel Wissen wie möglich weiterzugeben“. Ein Ziel ist es, „dass man informiert wird, dass man vor allem auch durch Fachvorträge, Literaturhinweise usw. mehr über sein Leiden informiert wird und vielleicht das Leiden dann eher verkraften kann“.
O wie Orientieren:
Einen Kernbereich der Tätigkeiten von Selbsthilfegruppen stellt ihre Orientierungsfunktion durch den gegenseitigen Erfahrungsaustausch dar. Es treffen einander „Betroffene, die das gleiche Problem haben“, sie teilen „Erfahrung, Kraft und Hoffnung“. Die wesentliche Qualität des Erfahrungsaustausches in der Selbsthilfegruppe besteht offenbar darin, dass man sich an anderen orientieren kann durch „Aussprachemöglichkeiten mit Leuten, die selbst Erfahrungen haben“. Das Verstandenwerden von Menschen, die an der gleichen Krankheit leiden, bewirkt auch einen gewissen Solidarisierungseffekt, der jedem einzelnen hilft, seine Situation, sein Leiden, seine Ängste und Schuldgefühle leichter zu ertragen: „Es gibt keine Klassenunterscheide“, und für manche war es offenbar „...das erste Mal, dass mich jemand versteht, weil er die gleichen Probleme hat.“ Neben dem Gefühl, verstanden zu werden, was zu einer Beruhigung und zur Offenheit und Ehrlichkeit im Umgang mit sich selbst beiträgt, der Solidarisierung durch die Gemeinschaft mit Gleichbetroffenen haben die andern Gruppenmitglieder auch eine gewisse Vorbildfunktion. Man kann „bei den anderen zusehen, was die tun, um selber besser damit umgehen zu können“ und „durch Beispiele sieht man ja, wie es einige schon geschafft haben und mehr Lebensqualität zurückgewonnen haben“.
U wie Unterhalten:
Die Bindung der Mitglieder untereinander, das Bilden von Freundschaften über den „fachlichen“ Kontakt hinaus ist für viele wichtig. Viele „wollen etwas unternehmen“, wünschen sich, dass „ein Wir-Gefühl aufgebaut wird“ oder „irgendwas gemeinsam unternommen wird“. Das geschieht, indem „wir uns zusammensetzen, um uns auch privat kennen zu lernen“ oder „zusammen Geburtstag feiern oder gar tanzen und lachen“. Allerdings warnen einige auch, denn „Selbsthilfe sollte kein Kaffeehausklatsch sein“.
1. Selbsthilfegruppen von Betroffenen
Beispiele: Gruppe „Ängste und Unsicherheiten“, Gruppe türkischer Frauen, Emotions Anonymous
Beispiele: lokale Untergliederung der Dt. Multiple Sklerose Gesellschaft, der Rheuma-Liga und anderer Selbsthilfeorganisationen, Seniorengruppe, Elternverein krebskranker Kinder
Beispiele: Stadtteilinitiativen, Initiativen für Strafgefangene
4. Selbsthilfe-Projekte
Beispiele: Kulturzentren, Notruf für vergewaltigte Frauen