Anregungen für die Gruppentreffen


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Anregungen für die Gruppentreffen

Was ist beim Gruppentreffen zu beachten?

Der äußere Rahmen

Gruppengröße:
Besteht der Schwerpunkt der Arbeit einer Selbsthilfegruppe im intensiven Austausch der Mitgliedern, bietet sich eine Gruppengröße von acht bis zwölf TeilnehmerInnen an, um eine offene und vertrauliche Atmosphäre zu ermöglichen. Bei einer Selbsthilfegruppe, die vor allem Information und Interessenvertretung einer bestimmten Gruppe (z. B. von Kranken oder Benachteiligten) zum Ziel hat, kann auch eine größere Mitgliederzahl sinnvoll sein.

Zeit und Ort der Treffen:
Wichtig ist ein fester Termin mit einer zeitlichen Begrenzung von ungefähr zwei Stunden.
Achten Sie auf Pünktlichkeit, nehmen Sie auch die Zeit der anderen ernst. Wenn Sie nicht kommen können, melden Sie sich bei einem Mitglied der Gruppe ab.
Günstig für die Gruppenarbeit ist ein fester, neutraler Raum.

Zum Ablauf:

  • Es bietet sich an, für ein Treffen der Selbsthilfegruppe eine Gesprächsleitung zu bestimmen. Die Gesprächsleitung kann auch unter den TeilnehmerInnen jedesmal wechseln. Die Gesprächsleitung ist verantwortlich für den Ablauf des Gruppentreffens. Dabei orientiert sie sich an den gemeinsam vereinbarten Gruppenregeln.
  • Am Anfang jeder Gruppensitzung kann eine kurze Vorstellungsrunde stehen.
  • Zu Beginn und am Ende der Gruppensitzung sollte zudem eine Blitzlicht-Runde durchgeführt werden. Jede/r kommt kurz zu Wort und berichtet über die augenblicklichen Gefühle und Erwartungen. Dies kann auch nützlich sein, wenn das Gruppengespräch ins Stocken geraten ist.
  • Sprechen Sie in „Ich-Form“. Vermeiden Sie die „Man-“ oder „Wir-Form“. Jede/r sollte sich direkt an die anderen GruppenteilnehmerInnen wenden, mit ihnen und nicht über sie sprechen.
  • Zuhören ist wichtig und will gelernt sein. Es kann geübt werden, indem eine Zeitlang stets das Gehörte mit eigenen Worten wiederholt und sich dadurch vergewissert wird, ob der Vorredner/die Vorrednerin richtig verstanden wurde.
  • Gefühle mit der größtmöglichen Offenheit äußern. Dies gilt insbesondere für „negative“ Empfindungen, die im Alltagsleben häufig unterdrückt werden: Angst, Schwäche, Abneigung, Sorgen ...
  • Störungen haben Vorrang. Wer nicht zuhören kann, beunruhigt, traurig oder wütend ist, sollte das möglichst bald aussprechen.
  • Eigenständigkeit respektieren. Es kann nur über Meinungen diskutiert werden. Beim Erfahrungsaustausch gibt es kein „richtig“ oder „falsch“. Keine Ratschläge erteilen (Ratschläge können Schläge sein). Probleme offenlassen, d. h. bei der Lösung der eigenen wie der Schwierigkeiten anderer sich unter keinen zeitlichen Druck setzen.
  • Schweigepflicht. Über die Gespräche in der Selbsthilfegruppe wird Außenstehenden gegenüber absolutes Stillschweigen bewahrt.

Diese Tipps für die Arbeit in Selbsthilfegruppen sind als Anregungen gedacht. Jede Gruppe wird letztendlich ihren eigenen Stil entwickeln, der sich aus den Bedürfnissen der TeilnehmerInnen ergibt.

 


Gesprächshilfen nach der Themenzentrierten Interaktion (TZI)

Was ist wichtig, damit Gespräche in der Gruppe gelingen können?

Viele Selbsthilfegruppen benutzen Gesprächshilfen nach der Themenzentrierten Interaktion (TZI) oder ähnliche „Regeln" als Hilfestellung. Sie sollen als Anregung und Hilfestellung dienen. Jede Gruppe muss selbst entscheiden, welche Strukturen sie sich selbst gibt – entscheidend ist: Die Gruppe muss sich hier gemeinschaftlich einigen und beizeiten fragen, ob die getroffene Wahl (noch) den Bedürfnissen der Mitglieder entspricht.

  • Jede/r ist für sich selbst verantwortlich.
  • Nicht alle gleichzeitig.
  • Was einen ärgert, möglichst bald in die Gruppe bringen.
  • Seitengespräche vermeiden.
  • Sich selbst zur Sprache bringen.
  • Dem anderen mal sagen, was mir an ihm gefällt.
  • Nichts aus der Gruppe heraustragen.
  • Klar sagen, was ich will.
  • Gefühle aussprechen.
  • Auf Körpersignale achten.
  • Rücksicht nehmen.

 

So können Sie diese „Regeln“ in die Gruppe einbringen:

  • Als Ganzes zum Thema eines oder mehrerer Treffen machen, oder
  • jeweils ein oder zwei Regeln pro Treffen besprechen oder
  • jede/r Teilnehmer/in sucht sich die für sie/ihn wichtigste Regel heraus und stellt diese vor, begründet, worin die Wichtigkeit für sie/ihn mit Blick auf die Gruppe liegt (dies kann auch als „Hausaufgabe“ mitgegeben werden) oder
  • alle bewerten die Regeln, schätzen ein, ob sie schon gut umgesetzt werden oder wo die Gruppe noch besonderen Nachholbedarf hat.

 


„Leitfaden für die Gruppenarbeit" als Download

Die Selbsthilfe-Kontaktstellen in Hessen bieten im Internet einen „Leitfaden für die Gruppenarbeit" als Download zur Verfügung. In dieser ausführlichen Broschüre (fast 80 Seiten) können die, die überlegen, ob sie sich einer Selbsthilfegruppe anschließen, die Arbeitsweise von Selbsthilfegruppen kennen lernen.
„Ihnen soll die Lektüre dieses Leitfadens ihre Entscheidung für oder gegen die Mitarbeit in einer Selbsthilfegruppe erleichtern. Selbsthilfegruppen-Mitgliedern und Initiatorinnen / Initiatoren von Selbsthilfegruppen wollen wir Anregungen für den Aufbau von Selbsthilfegruppen und die Mitarbeit in einer Selbsthilfegruppe geben“, so die Autorinnen.

Die Selbsthilfe-Kontaktstellen in Hessen finden Sie hier.
Den Download des Leitfadens hier.

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