Möglichkeiten der Selbsthilfeunterstützung durch Professionelle - konkrete Beispiele


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Möglichkeiten der Selbsthilfeunterstützung durch Professionelle - konkrete Beispiele

Selbsthilfeunterstützung ist die Aufgabe vieler!

Selbsthilfeunterstützung ist auch dann - oder gerade dann ?! - ein Thema für die alle MitarbeiterInnen im Sozial- und Gesundheitswesen, wenn es vor Ort eine Selbsthilfe-Kontaktstelle gibt. Die Selbsthilfe-Kontaktstellen verstehen sich auch als „Instandsetzer“, der die jeweiligen Möglichkeiten und Potentiale aufzeigen und aktivieren möchte.

Im folgenden eine Übersicht zu der breiten Palette der Möglichkeiten.

Jede/r sollte überlegen, was in den eigenen Möglichkeiten liegt. Das ist meistens mehr, als anfänglich vermutet wird und mit weniger Arbeit verbunden, als vielleicht gedacht.
Dies trifft zu für MitarbeiterInnen von Beratungsstellen + Weiterbildungseinrichtungen + Krankenkassen + Wohlfahrtsverbänden + Sozialverwaltungen + ambulanten und stationären Einrichtungen + ÄrztInnen und TherapeutInnen + u. a. m.

Wenn Sie Fragen haben, Unterstützung brauchen oder gemeinsame Aktivitäten anstreben, wenden Sie sich an die nächstgelegene Selbsthilfe-Kontaktstelle. Die geben gerne Anregungen und Hilfestellung, es können Kontakte zu den Selbsthilfegruppen vermittelt und Möglichkeiten der Zusammenarbeit erörtert werden.

Allgemeine Selbsthilfeförderung:

  • KollegInnen auf Selbsthilfe, Selbsthilfegruppen und die Selbsthilfe-Kontaktstelle hinweisen und zur Selbsthilfeunterstützung anregen
  • notwendige Kooperationen vor Ort zwischen interessierten Professionellen fördern und als Thema in Gremien, Arbeitskreise etc. einbringen
  • Selbsthilfe(-förderung) zum Thema machen bei Kommunalpolitik und für die Arbeit von Verbänden, Verwaltungen, Standesorganisationen, Fachöffentlichkeit etc.
  • bei Veranstaltungen mit BürgerInnen, PatientInnen, KlientInnen etc. ggfls. auf die Möglichkeiten und die Vielfalt der Selbsthilfegruppen sowie auf die Selbsthilfe-Kontaktstelle hinweisen

Aufklärung von BürgerInnen:

  • BürgerInnen über die Existenz und Arbeitsweise von Selbsthilfegruppen aufklären
  • zur Teilnahme an Selbsthilfegruppen anregen
  • Anschriften von Selbsthilfegruppen vermitteln
  • auf die Selbsthilfe-Kontaktstelle hinweisen
  • Informationsmaterial über Selbsthilfegruppen, die Kontaktstelle etc. auslegen
  • Plakate, Hinweise auf Selbsthilfe-Veranstaltungen etc. aushängen

Unterstützung von Selbsthilfegruppen:
  • Räumlichkeiten für Gruppentreffen organisieren/bereitstellen
  • technische Geräte, z. B. Kopiergerät, Telefon, Fax, PC etc. bereitstellen
  • als ReferentIn zur Verfügung stehen bzw. ReferentInnen vermitteln
  • Teilnahme an Veranstaltungen der Gruppen, an Tagungen und Fortbildungen
  • Beratungen bei Gruppentreffen anbieten, für Fragen zur Verfügung stehen (zu rechtlichen, verwaltungsorganisatorischen, gruppendynamischen, medizinischen Themen, je nach Qualifikation und Erfahrungshintergrund der Professionellen)
  • Unterstützung bei der Öffentlichkeitsarbeit
  • finanzielle Förderung der Gruppen, Vermittlung von Sponsoren:
  • Angebot von speziellen Kursen für Selbsthilfegruppen
  • Beteiligung der Gruppen an der Planung von Veranstaltungen und Projekten
 

Unterstützung von Gruppengründungen:

  • potentielle Selbsthilfeinteressenten auf Möglichkeit der Gruppengründung hinweisen
  • auf die Arbeit der Selbsthilfe-Kontaktstelle hinweisen, ggfls. selber für die Startphase als AnsprechpartnerIn der geplanten Gruppe gegenüber Öffentlichkeit und interessierten Betroffenen bereitstehen
  • durch Öffentlichkeitsarbeit auf geplante Gruppe hinweisen (Pressehinweise, Anschreiben an professionelle Einrichtungen, bei Herstellung und Vertrieb von Info-Material behilflich sein etc.)
  • durch Veranstaltungen (Vortrag, Film, Diskussion u.a.) auf Gruppengründung hinweisen
  • bei der Raumsuche für die ersten Treffen behilflich sein

Bei der Förderung von Selbsthilfe(gruppen) sollte der Bedarf an Unterstützung, der durch die Betroffenen selbst angemeldet wird, das eigene Handeln leiten. Schon oft haben scheinbar kleine Hilfen bereits die notwendigen Voraussetzungen geschaffen für erfolgreiche Selbsthilfeaktivitäten!

Als wichtiges Prinzip bei der Aktivierung von BürgerInnen zur Selbsthilfe muss gelten: Selbsthilfe kann nicht „verordnet“ werden, Selbsthilfe benötigt die Freiwilligkeit!
 
© Andreas Greiwe


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